Kurz gesagt

BIM (Building Information Modeling) ist in der Schweiz bei grossen öffentlichen und institutionellen Bauherrschaften zum Standard geworden. Grundlage sind das SIA-Merkblatt 2051, die Anwendungsregeln von Bauen digital Schweiz/buildingSMART und offene Datenformate wie IFC.

Von der Methode zur Praxis

Vor zehn Jahren war BIM in der Schweiz ein Thema für Konferenzen. Heute ist die Methode in vielen Büros Alltag. Grosse Bauherrschaften wie der Bund, die SBB, Spitäler und Kantone verlangen modellbasierte Planung, und die Softwarelandschaft hat sich konsolidiert. Das SIA-Merkblatt 2051 liefert die gemeinsame Sprache: Es definiert, was ein Bauwerksmodell ist, welche Rollen es gibt und wie Informationsanforderungen formuliert werden.

Offen statt proprietär

Der Schweizer Weg setzt auf openBIM. Modelle werden im Format IFC ausgetauscht, Kollisionen und Kommentare im Format BCF. Das hat zwei Gründe: Bauherrschaften wollen sich nicht an einen Softwarehersteller binden, und die Bauwerksdaten sollen über Jahrzehnte lesbar bleiben – für Betrieb, Unterhalt und spätere Umbauten.

Was sich im Büro ändert

  • Rollen: BIM-Manager auf Seite Bauherrschaft, BIM-Gesamtkoordination beim Planerteam, BIM-Koordinatoren in den Büros.
  • Verträge: BIM-Abwicklungspläne (BAP) und Informationsanforderungen (AIA) werden Teil der Vereinbarung.
  • Qualität: Modellprüfungen ersetzen den Planvergleich auf dem Leuchttisch.
  • Ausbildung: Fachhochschulen und Verbände bieten CAS-Lehrgänge; BIM-Kompetenz ist am Arbeitsmarkt gefragt.

Wohin die Reise geht

Die nächsten Schritte heissen digitale Baubewilligung, modellbasierte Kostenplanung und die Verbindung von BIM mit Lebenszyklusdaten für Netto-Null-Bilanzen. Wer die Grundlagen heute legt, ist für diese Anforderungen gerüstet.

Häufige Fragen

Muss ein kleines Architekturbüro BIM anwenden?

Keine gesetzliche Pflicht, aber immer mehr Ausschreibungen und Bauherrschaften setzen BIM-Kompetenz voraus. Für den Einstieg reicht oft ein modellbasierter Workflow im eigenen Büro, bevor der koordinierte Austausch mit Fachplanern folgt.

Was ist IFC?

IFC (Industry Foundation Classes) ist ein offenes, herstellerneutrales Datenformat für Bauwerksmodelle. Es ermöglicht, Modelle zwischen verschiedenen Programmen auszutauschen, ohne an einen Anbieter gebunden zu sein.

Quellen

  1. Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland – Bauen digital Schweiz
  2. SIA – Merkblatt 2051 BIM – SIA

Veröffentlicht 28. Okt. 2026, 21:26. Fehler gefunden? Redaktion kontaktieren.