Kurz gesagt

Die Daniel Schürer Architekten AG aus Zürich hat Anfang November 2026 mehrere Referenzprojekte auf Swiss-Architects aufgeschaltet, darunter drei öffentliche Bauten: die Schulanlage Erlen in Emmenbrücke (1999), die Offene Strafanstalt Saxerriet in Salez (1996–2003) und das Alters- und Pflegeheim Ilanz (fertig 2013/2014). Alle drei Bauten entstanden unter dem früheren Büronamen Aschwanden Schürer Architekten AG, Erlen und Ilanz in Zusammenarbeit mit Partnerbüros. Saxerriet und Ilanz waren Wettbewerbsgewinne.

Anfang November 2026 hat die Daniel Schürer Architekten AG aus Zürich auf der Plattform Swiss-Architects eine Reihe von Projekten aufgeschaltet. Darunter sind drei öffentliche Bauten: die Schulanlage Erlen in Emmenbrücke, die Offene Strafanstalt Saxerriet in Salez und das Alters- und Pflegeheim in Ilanz. Neu sind diese Bauten nicht. Alle drei sind seit Jahren in Betrieb und entstanden noch unter dem früheren Büronamen Aschwanden Schürer Architekten AG. Gerade deshalb lohnt sich der Blick zurück. Die drei Referenzen stehen für Bauaufgaben, mit denen sich öffentliche und gemeinnützige Bauherrschaften bis heute befassen: Volksschule, Justizvollzug und Langzeitpflege. Zudem zeigen sie, wie Aufträge über Wettbewerbsverfahren vergeben werden und wie man an bestehenden Bauten weiterbaut.

Wer steht hinter Daniel Schürer Architekten?

Gegründet haben das Büro Theres Aschwanden und Daniel Schürer im Jahr 1994. Von 1994 bis 2023 hiess es Aschwanden Schürer Architekten AG. Ende 2023 wurde die Firma in Daniel Schürer Architekten AG umbenannt, das Handelsamtsblatt publizierte die Namensänderung am 29. Dezember 2023. Seither führt Daniel Schürer, dipl. Architekt ETH SIA, das Büro an der Fröbelstrasse 10 in Zürich als Geschäftsleiter. Neben Planung und Ausführung bietet es Nutzungskonzepte, Machbarkeitsstudien und die Begleitung von Verfahren an.

Die Trennung der Gründer ist ein Beispiel dafür, wie Schweizer Architekturbüros ihre Nachfolge regeln. Sie hat Folgen für die Werklisten: Theres Aschwanden führt dieselben Projekte heute in ihrem eigenen Portfolio. Für die Rezeption heisst das, dass die damaligen Verfasserinnen und Verfasser genannt werden müssen und nicht nur der heutige Büroname.

Schulanlage Erlen: ein «dörfliches Stück Stadt» am Hang

Die Schulanlage Erlen in der Gemeinde Emmen wurde von 1995 bis 1999 vom Architekturbüro Kretz zusammen mit Aschwanden Schürer gebaut. Sie ist für 500 Schülerinnen und Schüler ausgelegt. Geplant waren vier Trakte, ausgeführt wurden drei. Sie gruppieren sich sternförmig um den Pausenplatz: im Nordwesten die Turnhalle, im Nordosten der Klassentrakt, im Südosten die Aula mit den Spezialräumen. Die Anlage liegt an einem Hang am Riffigwald und übernimmt neben der Schule auch Zentrumsaufgaben für das Quartier. Den zentralen Platz gestaltete der Landschaftsarchitekt Fritz Dové.

Auffällig ist die fein verputzte, kräftig rote Fassade. Ursprünglich war eine Klinkerfassade vorgesehen, sie fiel aber aus Kostengründen weg. Im Inneren prägen Sichtbeton, dunkle Metallgeländer, Oblichter und flache Zeltdächer die Räume. Die Architekturbibliothek lobt die Anlage als «dörfliches Stück Stadt». Gleichzeitig hält sie fest, die homogenen Putzflächen liessen das Rot der Fassaden sehr dominant erscheinen. Der vierte Trakt war 1995 bei der ersten Vorlage an der Urne abgelehnt worden. 2017 beantragte der Gemeinderat von Emmen dem Einwohnerrat dafür einen Bruttokredit von 9,5 Millionen Franken (Bericht und Antrag 32/17). Das Projekt der Bucher Architekten AG ging aus einem Studienauftrag unter drei ortsansässigen Büros hervor und setzt auf Module der Erne AG. Der Eintrag «Neubau Schulanlage Erlen» auf Swiss-Architects nennt das Jahr 1999, gemeint ist also die ursprüngliche Anlage.

Saxerriet: Justizvollzug ohne Mauern weiterbauen

Bauherrschaft der Offenen Strafanstalt Saxerriet in Salez ist der Kanton St. Gallen, vertreten durch das Hochbauamt. Den Projektwettbewerb von 1994 gewann Aschwanden Schürer mit dem 1. Preis. Planung und Bau dauerten von 1996 bis 2003. Der bestehende Wohnteil aus den 1960er-Jahren wurde dabei durch Neubauten ergänzt. Weil die Anstalt offen geführt wird, gibt es keine Mauern und Zäune. Der neue Wohntrakt ist um einen zentralen Innenhof angeordnet, die Zellen sind nach aussen gerichtet.

Grundlage war ein Grossratsbeschluss von 1997 über den Ausbau und die Erneuerung der Anstalt. Die Stimmberechtigten nahmen ihn mit 59'861 Ja- zu 42'364 Nein-Stimmen an. Seither hat der Kanton die Anlage weiter ausgebaut, unter anderem mit einem Unterhalts- und Handwerkszentrum, das die Berger & Partner AG aus Buchs SG geplant hat und das seit März 2023 in Betrieb ist. Auf der Website von Daniel Schürer Architekten ist ausserdem ein «Umbau Geschlossene Übergangsabteilung» der Strafanstalt aufgeführt, allerdings ohne Jahresangabe. Der Eintrag auf Swiss-Architects heisst «Erweiterung und Sanierung» und nennt das Jahr 2001. Er bezieht sich also auf die grosse Etappe von 1996 bis 2003.

Ilanz: Sanierung und Erweiterung eines Heims aus den 1980er-Jahren

Die Stiftung evangelisches Alters- und Pflegeheim Ilanz schrieb 2008 einen Projektwettbewerb aus. Den 1. Preis gewann die Arbeitsgemeinschaft aus Aschwanden Schürer Architekten AG und Curdin Michael GmbH. Das Projekt startete 2009 und wurde je nach Quelle 2013 (Swiss-Architects) oder 2014 (Theres Aschwanden) abgeschlossen. Der Bau aus den 1980er-Jahren wurde energetisch saniert und um rund ein Drittel seines Volumens nach Süden erweitert. Heute bietet das Heim 94 Betten.

Bei den Materialien setzte das Team auf einfache, regional verankerte Lösungen: Türfronten und Zimmerböden aus Lärche, Hartbetonböden mit einheimischem Sand und roh belassenen Weissputz. Der Ansatz passt zu einer Bauaufgabe, die in vielen Gemeinden ansteht. Zahlreiche Pflegeheime aus den 1970er- und 1980er-Jahren müssen energetisch und betrieblich erneuert werden.

Was die drei Referenzen heute zeigen

Gemeinsam ist zwei der drei Projekte der Weg zum Auftrag. Saxerriet und Ilanz waren Wettbewerbsgewinne, also das in der Schweiz übliche Verfahren für öffentliche und gemeinnützige Bauherrschaften, wie es die Ordnung SIA 142 beschreibt. Ob die einzelnen Verfahren formell nach SIA 142 durchgeführt wurden, geht aus den verfügbaren Unterlagen nicht hervor.

Zweitens geht es in zwei der drei Projekte um das Weiterbauen am Bestand. Was beim Saxerriet und in Ilanz vor über zehn Jahren entschieden wurde, ist heute Kernthema der Debatte: graue Energie, energetische Sanierung und die Verbindung von Alt und Neu. Drittens zeigt die Schulanlage Erlen, wie Kostenentscheide die Architektur prägen. Statt Klinker gibt es Putz, und die Kritik an der sehr dominanten Farbigkeit hängt direkt damit zusammen.

Offen bleibt einiges. Für keinen der drei Bauten liegen geprüfte Angaben zu Kosten oder Flächen vor. Die drei Bauten zeigen aber, dass Referenzen mit den Jahren an Aussagekraft gewinnen: Sie belegen, wie sich Architektur im Alltag von Schule, Vollzug und Pflege bewährt.

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Häufige Fragen

Sind die drei Projekte von Daniel Schürer Architekten neue Bauten?

Nein. Die Schulanlage Erlen wurde 1999 fertiggestellt, die Erweiterung der Strafanstalt Saxerriet 2003 und das Pflegeheim Ilanz 2013 oder 2014, je nach Quelle. Anfang November 2026 wurden die Projekte lediglich als Referenzen auf Swiss-Architects aufgeschaltet. Alle drei entstanden unter dem früheren Büronamen Aschwanden Schürer Architekten AG.

Wer hat die Schulanlage Erlen in Emmenbrücke geplant?

Die Schulanlage Erlen entstand von 1995 bis 1999 als Gemeinschaftswerk des Architekturbüros Kretz und der Aschwanden Schürer Architekten AG. Den zentralen Platz gestaltete der Landschaftsarchitekt Fritz Dové. Von vier geplanten Trakten wurden zunächst drei gebaut, weil die Stimmberechtigten den vierten 1995 ablehnten. 2017 beantragte der Gemeinderat von Emmen dafür einen Kredit von 9,5 Millionen Franken für einen Modulbau nach Projekt der Bucher Architekten AG.

Was ist das Besondere an der Offenen Strafanstalt Saxerriet?

Der Saxerriet in Salez SG ist eine offene Vollzugsanstalt ohne Mauern und Zäune. Aschwanden Schürer ergänzten von 1996 bis 2003 den Wohnteil aus den 1960er-Jahren unter anderem mit einem Wohntrakt um einen zentralen Innenhof, die Zellen sind nach aussen gerichtet. Grundlage war ein Grossratsbeschluss von 1997, den die Stimmberechtigten mit 59'861 Ja- zu 42'364 Nein-Stimmen annahmen.

Warum ist das Pflegeheim Ilanz ein Beispiel für Weiterbauen am Bestand?

In Ilanz wurde der bestehende Bau aus den 1980er-Jahren nicht ersetzt, sondern energetisch saniert und um rund ein Drittel des Volumens nach Süden erweitert. Verwendet wurden einfache, regional verankerte Materialien wie Lärchenholz und Hartbeton mit einheimischem Sand. Damit geht das Projekt eine Aufgabe an, die vielen Gemeinden mit älteren Pflegeheimen bevorsteht.

Quellen

  1. Neubau Schulanlage Erlen, Emmenbrücke – Daniel Schürer Architekten AG – Swiss-Architects
  2. Erweiterung und Sanierung Offene Strafanstalt Saxerriet – Daniel Schürer Architekten AG – Swiss-Architects
  3. Erweiterung und Sanierung Alters- und Pflegeheim Ilanz – Daniel Schürer Architekten AG – Swiss-Architects
  4. Daniel Schürer Architekten AG – Home – Daniel Schürer Architekten AG
  5. Erneuerung Strafanstalt Saxerriet – Theres Aschwanden
  6. Alters- und Pflegeheim Ilanz – Theres Aschwanden
  7. Schulhaus Erlen – Architekturbibliothek
  8. Daniel Schürer Architekten AG – Moneyhouse
  9. 962.93 Grossratsbeschluss über Ausbau und Erneuerung der Strafanstalt Saxerriet – Lexfind
  10. Baudokumentation Unterhalts- und Handwerkszentrum Saxerriet – Kanton St. Gallen, Hochbauamt
  11. Bericht und Antrag 32/17 Erweiterung Schulanlage Erlen Trakt 4 – Gemeinde Emmen

Veröffentlicht 5. Nov. 2026, 17:21 · aktualisiert 5. Nov. 2026, 17:21. Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt und redaktionell geprüft. Fehler gefunden? Redaktion kontaktieren.